Dienstag, 25. März

Gedenkveranstaltung - Vor 80 Jahren erstes Pogrom

Am 25. März 1934 gab es in Gunzenhausen ein Pogrom gegen die jüdischen Einwohner unserer Stadt. Bis zu 1.500 Menschen zogen plündernd und zerstörend durch die Straßen. Jüdische Männer und Frauen wurden willkürlich ins Gefängnis gesperrt. Zwei Gunzenhausener Juden kamen am ‚Blutigen Palmsonntag‘ gewaltsam ums Leben.  

Dieser erste große Übergriff auf jüdische Einwohner in Nazi-Deutschland jährt sich 2014 zum 80sten Mal.Aus diesem Anlass findet eine Gedenkveranstaltung am 25. März 2014, 19 Uhr im Lutherhaus, Hensoltstr. 27a, Gunzenhausen statt, zu der die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.

Neben einem Vortrag von Stadtarchivar Werner Mühlhäußer zu den Ereignissen vor 80 Jahren, werden an diesem Abend mehrere Litfaß-Säulen präsentiert, die Schülerinnen und Schüler der Gunzenhausener Schulen zum Thema gestaltet haben.


Die Geschichte jüdischer Familien und ehemals jüdischer Wohnhäuser im Gunzenhausen des 20. Jahrhunderts.


Obwohl im Stadtarchiv Gunzenhausen historische Unterlagen ab 1401 vorhanden sind, ist Material zur örtlichen jüdischen Kultusgemeinde relativ überschaubar. Der Tatsache, dass es ab dem Spätmittelalter Juden in Gunzenhausen gab und sie hier eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Position einnahmen, galt es Rechnung zu tragen.

Aus diesem Grunde hat sich Stadtarchivar Werner Mühlhäußer seit Mitte der 1990er Jahre sehr intensiv mit der Geschichte der Kultusgemeinde beschäftigt und recherchierte dazu u.a. im Stadtarchiv, im Staatsarchiv Nürnberg oder im Landeskirchlichen Archiv.

Mit der Zeit ist die Dokumentation ‚Juden in Gunzenhausen' entstanden. Sie setzt sich aus der umfassenden Personendokumentation mit zahlreichen Einzelbiografien von jüdischen Einwohnern (ca.15.Jh. bis 1939), sowie der Sachdokumentation, z.B. mit Informationen zu Synagogen, Friedhöfen oder einem chronologischen Teil mit Schwerpunkt NS-Zeit, zusammen.

Die Dokumentation ‚Juden in Gunzenhausen' und ergänzend dazu das ‚Häuserbuch' mit Zusammenstellung der Geschichte von ca. 300 Wohnhäusern in Gunzenhausen und ebenfalls ein Ergebnis der Forschungsarbeit des Stadtarchivs, dienten den Schülern der Stephani-Schule als Grundlagen für ihr Projekt.


Sonntag, 30. März 2014

Verachtet. Verjagt. Vermisst. Vergeben.

Ein Stadtrundgang zum Thema „Jüdisches aus Gunzenhausen" mit Elke Hartung

Während der etwa zweistündigen Führung, erhalten Sie an zehn Stationen (u.a. Power-Point Präsentation im Haus des Gastes) viele Informationen zur Geschichte der jüdischen Kultusgemeinde von Gunzenhausen:

Von der Synagoge und der jüdischen Volksschule am Hafnermarkt.

Lehrer Levite und sein vorbildlicher Schulgarten.

Die Mikwe - das rituelle Tauchbad für jüdische Frauen.

Die alte Synagoge in der Auergasse.

Der Mordfall Hermann.

Andreas Osiander - Gunzenhausens Reformator und die Juden.

Julius Streicher, berühmt-berüchtigter Herausgeber des Hetzblattes ,Der Stürmer' und seine zahlreichen Besuche in Gunzenhausen.

Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach ernennt Samson Salomon aus Gunzenhausen zum Hoffaktor und, und, und ...

Am Ende der Führung werden Sie in der Evang. Stadtkirche etwas zu den „Judentaufen" in unserer Stadt erfahren.

Termine:
Sonntag, 30. März 2014, 11 Uhr
Sonntag, 30. März 2014, 15 Uhr
am Brunnen am Hafnermarkt