Stadt Gunzenhausen, Hetzner Online GmbH und EnsoXX hilft e.V. spenden Computer nach Afrika
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Frei nach Erich Kästner macht Helfen nicht nur glücklich, sondern ist auch sinnvoll und macht Spaß. Vor allem, wenn es Bedürftige trifft, also Menschen, die es im Leben nicht leicht haben und die auf Hilfe von außen angewiesen sind.
Angetrieben von dieser solidarischen Idee hat die Stadt Gunzenhausen 136 ausgemusterte Notebooks an EnsoXX hilft e.V. übergeben. Die Idee: Die immer noch funktionstüchtigen Geräte sollen weiterhin ihren Dienst tun, und zwar bei Menschen, die sich entweder keinen Computer leisten können oder die sich in einer finanziellen Notlage befinden. Ein guter Gedanke, der bei den Verantwortlichen von EnsoXX hilft e.V. für freudige Mienen sorgte. Denn: Die gemeinnützige Organisation stand unabhängig von der Stadtanfrage mit Liberating Education Organization (LEO) in Kontakt, einer Karlsruher Initiative, die in Dritte-Welt-Ländern universitäre Bildungszentren schafft. Und hierfür braucht es natürlich die geeignete Hardware, die gerne auch ein paar Jahre älter sein kann. Gesagt getan, die alten Laptops hatten ein neues Einsatzziel. Herausforderung: Aus Datenschutzgründen werden die Notebooks ohne Festplatten gespendet. Sie wurden von Mitarbeitern der IuK Stadt Gunzenhausen ausgebaut. Und hier kommen die IT-Spezialisten und Web-Lokalmatadoren der Hetzner Online GmbH ins Spiel: Das Unternehmen hat kurzerhand für alle Rechner gebrauchte Festplatten aus dem Bestand gespendet und dafür gesorgt, dass die Notebooks schon bald in ihr neues Leben aufbrechen können.
„Die Laptops bekommen ein drittes Leben geschenkt, denn wir als Stadt hatten die Geräte bereits gebraucht gekauft“, freute sich der damalige Erste Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Durch unsere EDV um IT-Leiter Michael Pentza wurden die Geräte, die u.a. als Leihgeräte in den Schulen im Einsatz waren, fünf Jahre lang betreut und gewartet. Leider können die Computer aufgrund der Hardwareanforderungen nicht von Windows 10 auf 11 umgestellt werden.“
Konkret werden die gespendeten Notebooks schon bald u.a. in einem Bildungszentrum in Kibera im Südwesten Nairobis eingesetzt, das für die dort lebenden Menschen aus dem Slum gedacht ist. Dort wird gerade gebaut, entstehen soll eine hybride Bildungseinrichtung, also eine vor-Ort-Mischung aus persönlicher, pädagogischer Betreuung, Online-Lernen und Live-Unterricht. Der Bedarf in Kiberia ist riesig und junge Menschen sollen langfristig die Möglichkeit erhalten hochwertige Bildung zu genießen.
Hetzner pflegt schon länger gute Kontakte nach Kenia und unterstützt seit vielen Jahren nachhaltig die gemeinnützige Organisation Real Stars und finanziert bereits dieses Bildungszentrum, um dort benachteiligten Kindern trotz schwieriger Lebensumstände Zugang zu hochwertiger Bildung und professioneller Beratung zu ermöglichen. In dieses Engagement fügt sich auch LEO ein, eine junge Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein weltweites Netzwerk an kostenlosen universitären Bildungszentren zu schaffen. Denn nicht überall herrschen gleiche Lern- und Lehrbedingungen wie im vergleichsweisen reichen Deutschland. Es gilt Voraussetzungen zu schaffen, um Bildung auch in schwächer entwickelten Regionen zugänglich zu machen. Auch das LEO-Projekt wurde bereits in der Vergangenheit von Hetzner durch Bereitstellung von Cloud-Servern und anderer IT-Infrastruktur unterstützt. Im Irak, Indien, Burundi und auch in Kenia gibt es bereits LEO-Bildungszentren. Weitere sind geplant, u.a. in Ghana und Malawi.
„Die Zusammenarbeit zwischen Hetzner, EnsoXX hilft und der Stadt Gunzenhausen zeigt eindrucksvoll, welchen tollen Projekte entstehen, wenn Engagement und technisches Know-how zusammenkommen. Solche Ideen unterstützen wir sehr gerne, denn Technologie verbindet Menschen und eröffnet neue Chancen", sagte Christian Fitz, Pressesprecher von Hetzner.
EnsoXX hilft e.V. hat die Computer getestet, aufbereitet sowie mit der neuen Software versehen. Alleine 70 ehrenamtliche Stunden sind dazu in die Installation der neuen Linux-Betriebssysteme geflossen.
Das Ergebnis ist mehr als eine Sachspende. Statt Elektroschrott zu produzieren, werden die Notebooks dort, wo sie dringend benötigt werden, noch mehrere Jahre sinnvoll genutzt. Das schont Ressourcen und schützt die Umwelt. Die Rechner ermöglichen Teilhabe, eröffnen Bildungschancen und stärken Perspektiven für die berufliche Zukunft vieler junger Menschen in Kenia, die bisher keinen automatischen Zugang zu digitaler Technik hatten.