Klimaplatz wird eingeweiht

Blick auf den Klimaplatz mit neu angepflanzten Bäumen und Brunnen

In den eng bebauten Städten staut sich im Sommer die Hitze. Grüne Oasen können an heißen Tagen für ein wenig Abkühlung sorgen und für Kommunen ist es eine große Herausforderung, städtebaulich sinnvoll auf die klimatischen Bedingungen zu reagieren. In Gunzenhausen schauen wir was möglich ist und haben beispielsweise Ende letzten Jahres in der Waagstraße hinter dem Stadtmuseum einen Klimaplatz eröffnet. Zahlreiche Gestaltungselemente fanden Einzug, darunter vielfältigste Gräser, Sträucher und schattenspendende Bäume. Ein kühlender Wasserlauf und ein öffentlicher Trinkbrunnen sorgen für Erholung, dazu laden zahlreiche Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Von Beginn an war der grüne Park im Herzen der Innenstadt jedoch nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Platz der Begegnung und der Erinnerung. Denn Gunzenhausen hat sich zum Erhalt der eigenen jüdischen Vergangenheit verpflichtet und dazu auf dem Platz zahlreiche Steine integriert, die vor Jahrzehnten in einem jüdischen Gebäude verbaut waren. Diese bewahren nun als steinerne Zeugen die Geschichte und machen aus der grünen Oase eine Plattforum für Erinnerungsarbeit. Nun ist Frühling und wir möchten den Klimaplatz offiziell an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gunzenhausen übergeben. Die Einweihungsfeier findet am Samstag, 25. April 2026, von 10 bis 14 Uhr statt.

Das Rahmenprogramm pausiert von 12 Uhr bis 13 Uhr. In dieser Stunde werden wir an das jüdische Leben in Gunzenhausen erinnern und eine Figur der regionalen Künstlerin Elke Zimmermann enthüllen. Die Figur wurde dem Äußeren Werner Dottenheimers nachempfunden, einem Verwandten von Faye Dottenheim-Brooks, Nachfahrin der während der Zeit des Nationalsozialismus aus Gunzenhausen vertriebenen jüdischen Familie Dottenheimer. Dottenheim-Brooks ist engagierter Teil der deutsch-jüdischen Dialoggruppe und setzt sich aktiv für Versöhnung ein.

„Mit der Einweihung wird der Klimaplatz zum Treffpunkt für alle Generationen“, betont Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Mitten in der Stadt finden Sie einen Ort, an dem man es sich besonders an heißen Sommertagen richtig gut gehen lassen kann. Dabei vergessen wir aber auch nicht, dass hier, wo heute das Wasser sprudelt und Bäume Schatten spenden, einst eine Synagoge stand. Wir möchten daran erinnern und zum Nachdenken anregen.“

Die Feierlichkeiten für Jung und Alt beginnen um 10 Uhr am Klimaplatz mit Musik von der Band „Auf Zack“. Und die nächsten Stunden haben es wirklich in sich und sind äußerst abwechslungsreich. Ein paar Highlights: Für die Kinder wird Zauberer Tassini in die Vollen gehen, Augen zum Leuchten bringen und vielleicht sogar mehr als ein weißes Kaninchen aus dem Hut ziehen. Dagegen kümmert sich die zertifizierte Natur-, Wald- und Kräuterpädagogin Eva Rodewald um den Nagetierschmaus „Löwenzahn“. Viele glauben, die Pflanze ist nur Unkraut. Rodewald weiß das besser und wird über Nutzen und Verwendungszweck reden. Wem das immer noch nicht genügt ist, der schlendert durch die Outdoor-Ausstellung des Klimaschutzbündnisses und lernt etwas über den Zusammenhang von Erderwärmung, Starkwetterereignisse und Co. Ach ja, Bastians Pantomimengärtnerei dürfen wir am 24. April ebenfalls in Gunzenhausen am Klimaplatz begrüßen. Vor drei Jahren hatte der traurig blickende Comedy-Gärtner während des Street Art-Festivals für unzählige fröhliche Momente bei den Besucherinnen und Besuchern gesorgt. Er hat wieder den ein oder anderen funny Pflanztipp dabei und wird sein Können live vorführen. Und wenn er dann mal Pause macht, dann schaut er sicher beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorbei. Das beteiligt sich als Forstverwaltung an der Einweihung und informiert mit einem Stand zum Thema Waldumbau im Klimawandel. „Beim Programm sollte für jeden etwas dabei sein und Langeweile kommt sicher nicht auf“, erläutert der städtische Touristikchef Wolfgang Eckerlein. „Mein Tipp: Vorbeikommen und auf einem der schönsten Plätze Gunzenhausens ein paar Stunden genießen.“

Wie bereits geschrieben, wird gegen 12 Uhr am Brunnen am Klimaplatz eine von Bildhauerin Elke Zimmermann aus Mörsach gestaltete Skulptur enthüllt. Diese zeigt mit den ehemals hier lebenden Werner Dottenheimer beispielhaft einen jüdischen Jungen in Lebensgröße und soll als ein sichtbares Zeichen der Versöhnung an das jüdische Leben in der Stadt Gunzenhausen erinnern. „Seit vielen Jahren setzen wir uns intensiv mit Gunzenhausen in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander, einem schrecklichen Abschnitt unserer eigenen Geschichte“, erklärt Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Die neue Skulptur soll nicht nur Mahn- und Gedenkmal sein, sondern auch Hoffnung ausstrahlen. Hoffnung darauf, dass sich die schreckliche Vergangenheit nicht wiederholt und wir uns weiter mit den Nachkommen der damals Leidenden versöhnen. Ich möchte an dieser Stelle der deutsch-jüdischen Dialoggruppe danken, die Begegnungen ermöglicht und Wurzeln für eine gemeinsame Zukunft pflanzt.“

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