Generationsbrücke verbindet Alt und Jung in Gunzenhausen

Begegnungen zwischen Alt und Jung stehen im Mittelpunkt des Projekts „Generationsbrücke“, dass bei einem Pressetermin in der KiTa Altmühl-Schätze vorgestellt wurde. Kinder aus verschiedenen Kindertageseinrichtungen treffen sich regelmäßig mit Seniorinnen und Senioren aus Pflege- und Betreuungseinrichtungen in Gunzenhausen und der Region.

„Generationen verbinden heißt Geschichten, Lachen und Lebensfreude zu teilen. Bei der ‚Generationsbrücke‘ entstehen Begegnungen, die Herzen öffnen für Jung und Alt gleichermaßen“, so Thomas Thill, der Initiator des Projektes und Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe Gunzenhausen. Die Stiftung finanziert die Durchführung des Projekts, das 2009 in Aachen ins Leben gerufen wurde und mittlerweile in ganz Deutschland Partner hat. „Wir machen das gerne und teilen Freude“, ergänzt Thomas Thill.

Die Treffen finden regelmäßig alle vier Wochen statt und dauern jeweils rund eineinhalb Stunden. Der Ablauf ist vorgegeben. Dabei besuchen die Kinder immer die gleichen Einrichtungen. Feste Beziehungen zwischen Kind und älterem Menschen sind das Ziel. Die KiTa Altmühl-Schätze trifft sich regelmäßig mit den Seniorinnen und Senioren der Seniorentagesstätte Diakoneo in Gunzenhausen, die KiTa Muhr am See besucht das Burkhard-von-Seckendorff Heim und das KiFaZ Wilhelm Löhe fährt im gleichen Rhythmus zur Tagespflege der Evangelischen Kranken- und Altenpflege Gunzenhausen gGmbH.

„Es ist sehr emotional und immer ein schönes Erlebnis“, beschreibt Tina Eisen von der KiTa Altmühl-Schätze die Begegnungen. Ihre Kollegin Joanna Voß ergänzt: „Es ist eine Herzensangelegenheit. Respekt ist heute nicht mehr selbstverständlich, zudem haben viele Kinder keine Großeltern mehr. Beide Seiten profitieren voneinander. Nach fünf Minuten waren die ersten Ängste verschwunden.“

Beim Besuch der Kinder ist den Seniorinnen und Senioren die Freude anzusehen. Es entstehen intensive Kontakte. In der Tagespflege der Evangelischen Kranken- und Altenpflege Gunzenhausen gGmbH wird wie bei den anderen Einrichtungen nach dem sogenannten Tandem-Prinzip gearbeitet: Sechs Kinder treffen auf sechs Seniorinnen und Senioren, jede und jeder hat einen festen Partner. „Seitdem die Kinder regelmäßig zu Besuch kommen, sind viele unserer Seniorinnen und Senioren deutlich motivierter und freuen sich schon lange im Voraus auf die Treffen“, berichtet Jessica Bischoff von der Tagespflege der Evangelischen Kranken- und Altenpflege Gunzenhausen gGmbH.

Auch auf Seiten der Kinder wird das Projekt bewusst vorbereitet. „Wir haben intensiv mit den Eltern und den Kindern darüber gesprochen. Alle haben sich entschieden, ein Jahr lang an dem Projekt teilzunehmen“, erklärt Steffy Ehrenfried vom Kifaz Wilhelm Löhe. Für die Teilnahme wurden gezielt Kinder der mittleren Altersstufe ausgewählt. Die Gruppe fährt gemeinsam mit dem Stadtbus zur Seniorentagesstätte. Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre, eine Verlängerung ist möglich.

Die Besuche sind auch für die älteren Menschen eine besondere Bereicherung. „Wir haben die Treffen mit den Seniorinnen und Senioren besprochen. Das Interesse war riesig. Schon während des Besuchs fragen sie, wann die Kinder wiederkommen“, berichtet Markus Beil von den Förderstätten Diakoneo.

Auch die KiTa aus Muhr am See ist regelmäßig beteiligt. „Unsere Hortkinder der Klassen eins bis vier besuchen das Burkhard-von-Seckendorff Heim. Die Eltern unterstützen das Projekt sehr, es ist ein tolles Projekt, von dem alle profitieren“, sagt KiTa-Leiterin Esther Maurer.

Bedenken werden im Vorfeld ausgeräumt. Außerdem wird auf Sicherheit und Hygiene geachtet. „Die Seniorinnen und Senioren warten immer schon voller Vorfreude. Wir achten darauf, uns zuerst die Hände zu waschen, damit niemand gefährdet wird“, berichten Angelika Dommel und Jane Kegely von der KiTa Muhr am See.

Für Daniela Beyerlein vom Burkhard-von-Seckendorff Heim steht fest, dass die Wirkung weit über die eigentliche Begegnungszeit hinausgeht: „Dieses Projekt ist mehr als nur die gute Stunde im Monat, es löst unglaublich viel Positives aus und es entstehen starke Bindungen in kurzer Zeit.“

Getragen wird die Initiative vor Ort vom Seniorenbeirat sowie der Stiftung der Lebenshilfe Gunzenhausen. Mehrere KiTas und Senioreneinrichtungen arbeiten dabei eng zusammen, um Begegnungen zwischen den Generationen zu fördern.

Das Projekt ‚Generationsbrücke‘ kann gerne auch erweitert werden. Interessierte KiTas können sich bei Thomas Thill unter stiftungLHgun@icloud.com melden.

Weitere Informationen rund um das Thema „Generationsbrücke“ gibt es unter www.stiftung-lebenshilfe-gunzenhausen.de.

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