Ein Plus an Aufenthaltsqualität in Gunzenhausen – der Umbau der städtischen Bushaltestellen schreitet weiter voran

Wie es in unserem Lebensraum aussieht hat einen immensen Einfluss auf unser Seelenheil. Das hat nun gar nichts mit der aktuellen Stadtbild-Diskussion zu tun. Man fühlt sich nur einfach da wohler, wo es schön und sauber ist und man sich gerne aufhält. Das weiß auch die Stadt Gunzenhausen, die gemeinsam mit der Mobilitäts- und Verkehrs-GmbH (MVG) seit Jahren an einer Aufwertung der Bushaltestellen im Stadtgebiet arbeitet. Die grauen Wände und uninspirierten Häuschen verschwinden nach und nach. Als Ersatz werden Dächer begrünt, bequeme Sitzmöglichkeiten geschaffen und große Informationflächen installiert.

Werden Städte grüner, so wirkt sich das nicht nur positiv auf das Klima aus, sondern erhöht gleichzeitig die Lebensqualität und schafft existenzsichernden Raum für Insekten sowie Vögel. Leichter gesagt als getan, denn im urbanen Raum dominiert bis heute Beton und graues Pflaster. Doch das muss nicht sein, wie die Gunzenhäuser Idee zeigt: Wenn möglich sollen Wartehäuschen optisch ansprechend aussehen und an ausgewählten Orten deren Dächer begrünt werden. Im städtischen Bauamt ist hierfür federführend Jan Kretzer verantwortlich, der sich um die Planung und Umsetzung kümmert.

 

„Mit Maßnahme wie einer Dachbepflanzung setzen wir im Klimawandel ein grünes Ausrufezeichen“, betont MVG-Geschäftsführer Stefan Dietz. „Jede zusätzliche Blühfläche ist ein Segen für die Biodiversität. Das Dach eines Bushaltehäuschens kann für Insekten wichtiger Lebensraum sein, gleichzeitig spendet das Element Schatten, ist ein natürlicher Wasserspeicher und erhöht die Luftqualität.“

Die Kosten für ein Wartehäuschen inklusive begrünter Dachfläche pendeln zwischen zehn- und fünfzehntausend Euro, exklusive großzügiger Förderung von jeweils bis zu 75 Prozent. Übrigens ist die Dachbegrünung eine spezielle Vegetationsmatte, deren Bewuchs insbesondere von Bienen und Schmetterlingen sehr gut angenommen wird. Der Pflegeaufwand ist minimal, die Gräser und Pflanzen sind winterhart. Neue Bodenplatten und Dachbegrünungen gab es für die Haltestellen in der Industriestraße, Nürnbergerstraße bei Aldi/Netto und für die Station in der Bühringerstraße.

Als weiterer wichtiger Baustein für mehr Lebensqualität in der Stadt Gunzenhausen werden die Bushaltestellen zudem kontinuierlich barrierefrei umgebaut. Das ist nicht nur zeitgemäß, sondern ein weiteres Bekenntnis für einen starken ÖPNV, das auch die stetig steigenden Nutzerzahlen erkennen lassen. „Barrierefreie Bushaltestellen sind unverzichtbare Bausteine für eine familienfreundliche und inklusive Stadt“, so Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Unser Ziel ist es, dass jeder, ob ung oder alt, mit oder ohne Handicap, öffentliche Verkehrsmittel uneingeschränkt nutzen kann.“

In diesem Jahr wurden bereits zwei weitere Haltestellen barrierefrei umgebaut, insgesamt sind wir nun bei rund 50 in Kernstadt und Ortsteilen. Neben der Wartezone in der Ortsmitte von Laubenzedel wurde der Haltepunkt „Paracelsusstraße“ am Reutberg I in Angriff genommen. Zuletzt wurde noch die Haltestelle in der Nürnberger Straße an die Bedürfnisse eines attraktiven ÖPNVs angepasst.

Weiterführende Informationen zur Gunzenhäuser Mobilitäts- und Verkehrs-GmbH erhalten Sie unter www.gunzenhausen-mobil.de.

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